Herbst 2026

"Bei uns"-Header, inklusive Logo und Claim
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Ein Genossenschaftsmitglied mit mehreren potentiellen Azubis stehen zusammen und schauen in die Kamera
Logo der Hamburger Genossenschaften

Unsere Titelthemen

Logo der Hamburger Genossenschaften

So bilden die
Genossenschaften aus 

Auf in den Hafen
und in die Natur

Klare Worte von
Burkhard Pawils (altoba)

Liebe Mitglieder,

wir begrüßen Sie herzlich zur Herbst–Ausgabe der „bei uns“! Was wäre Hamburg ohne die Elbe? Wir haben für Sie Ausflugstipps in den Hafen und in die einzigartige Auenlandschaft der Elbinseln zusammengestellt. Des Weiteren informieren wir Sie über die Änderungen des Hamburgisches Wohnraumschutzgesetzes und über barrierefreie Kultureinrichtungen. Die Titelgeschichte widmen wir dem wichtigen Thema „Berufsausbildung in den Wohnungsbaugenossenschaften“. Wir haben dafür Azubis auf der Ausbildungsmesse vocatium besucht, beim Azubiday vorbeigeschaut und mit der Berufsschullehrerin Yvonne Zippert über den Einsatz von KI gesprochen. Den 23 angehenden Immobilienkaufleuten, die in diesem Jahr ihre Ausbildung bei den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften beginnen, wünschen wir einen erfolgreichen Start!

Bleiben Sie gesund, und genießen Sie die Herbstsonne, wann immer es möglich ist!

Inhalte dieser Ausgabe

Bunthäuser Spitze und Tideauen

Neues aus Hamburg und den Genossenschaften

So vielfältig ist die Ausbildung bei den Genossenschaften

Burkhard Pawils (altoba) zu den Folgen des Zukunftsentscheids

Diese Kontakte helfen Ihnen weiter

Fakten und Kurioses über die Friedhöfe der Stadt

Elbe und Hafen erkunden

Rätselspaß für die ganze Familie

Jetzt entdecken

Hamburger grün

Landschaftsbild der Binnendelta
Großes Landschaftsbild der Binnendelta

Binnendelta: An der Bunthäuser Spitze teilt sich der Elbstrom in Norder- und Süderelbe

Absolute Spitze

Einzigartig in Europa: Die Tideauen speichern Wasser, bieten Rückzugsräume für Tiere und tragen zur biologischen Vielfalt bei

Auf einer Länge von 15 Kilometern umschließen die beiden Elbarme die Stadtteile Wilhelmsburg, Veddel, Kleiner Grasbrook und Steinwerder. Die Norderelbe fließt an Kaltehofe, Rothenburgsort, der HafenCity und den St.-Pauli-Landungsbrücken vorbei, die Süderelbe an Harburg, Altenwerder und Moorwerder entlang. Am Köhlbrand (bei den Terminals Burchardkai und Tollerort) treffen die Elbarme wieder zusammen.

Die Elbinseln sind nicht nur ein Industriestandort und dicht besiedeltes Stadtgebiet, sondern es befindet sich hier auch eine einzigartige Naturlandschaft. Der südlichste Punkt der Elbinseln, die kleine Bunthäuser Spitze, ist ein beliebtes Ausflugsziel – ideal für Spaziergänge, Radtouren oder Naturbeobachtungen. Der 6,95 Meter hohe Leuchtturm aus Holz diente von 1914 bis 1977 den Schiffern als Orientierung; seit 2005 steht er unter Denkmalschutz. Im nahe gelegenen Stackmeisterhaus befindet sich das von einem Verein betriebene Elbe-Tideauenzentrum, das über diese Landschaft informiert (geöffnet an den meisten Wochenenden, goep.hamburg). Die kleine Bunthäuser Spitze geht in das Naturschutzgebiet Heuckenlock über, das sich im Deichvorland am Ufer der Süderelbe über eine Länge von drei Kilometern und eine Breite von bis zu 400 Metern erstreckt. Das rund 100 Hektar große Gelände gehört zu den letzten noch erhaltenen Tideauenwäldern Europas. Charakteristisch ist der Einfluss der Gezeiten: Zweimal täglich verändern Ebbe und Flut den Wasserstand und prägen damit Vegetation und Tierwelt.

Das Heuckenlock ist ein besonders artenreiches Naturschutzgebiet. Hier können Seeadler und zahlreiche Schilfbrüter gesichtet werden. Rund 500 Pflanzenarten sollen hier heimisch sein. Der Schierlings-Wasserfenchel etwa, eine europaweit stark gefährdete Pflanzenart, kommt fast ausschließlich im Tidebereich der Elbe vor. Gleichzeitig zeigt das Heuckenlock, wie die gesamte Elblandschaft vor der Regulierung durch Hafenbau und Deichanlagen einmal ausgesehen hat. Tipp: Wer das Gebiet auf dem etwa zwei Kilometer langen Rundwanderweg erkunden möchte, sollte die Gezeiten beachten, um keine nassen Füße zu bekommen.

Hinkommen: Vom S-Bahnhof Wilhelmsburg mit dem Bus 351 bis zur „Freiluftschule Moorwerder“.

Meldungen

Zahlen erzählen

Millionen Euro
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Kinder- und Jugendhilfe, Verkehrserziehung, Gesundheit, Natur- und Umweltschutz sowie Wissenschaft, Bildung und Kunst: Zweimal im Jahr werden in Hamburg Bußgelder aus Strafverfahren an gemeinnützige Einrichtungen und Vereine ausgeschüttet. Im Jahr 2025 waren es knapp 1,39 Millionen Euro, die an rund 350 Einrichtungen und Vereine gingen. Die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz erstellt jährlich einen Bericht über die Verteilung der Bußgelder. Die höchste Einzelzuweisung erhielt 2025 der Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e. V. mit 80.205 Euro. An 50 Einrichtungen floss zum ersten Mal Geld aus dem Sammelfonds. Gemeinnützige Einrichtungen können einen Antrag auf Zuweisung stellen, wenn die Einrichtung dafür bei der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz registriert ist. Mehr Infos: hamburg.de

Rätsel

Illutration mit der Aufschrift "Töchter und Söhne Hamburgs" Gesamtschule Mümmelmannsberg – Möwenweg"

Mit einer Buchserie über eine Straße und die Kinder, die dort wohnen, hat sie (Kinder-)Literaturgeschichte geschrieben. Astrid Lindgren und die Kinder aus der Krachmacherstraße sind jedoch nicht gemeint. Die gesuchte Person wurde 1950 in Hamburg geboren, hat als Lehrerin gearbeitet und ist promovierte Literaturwissenschaftlerin. Seit 1985 hat sie rund 100 Kinder- und Jugendbücher verfasst, die in viele Sprachen übersetzt und zum Teil verfilmt wurden. Wissen Sie, wer gemeint ist?

Fahrradklima-Test

Frau auf einem Fahrrad

Jetzt voten

Vom 1. September bis zum 30. November 2026 können Radfahrende in Deutschland die Fahrradfreundlichkeit ihrer Städte und Gemeinden bewerten. Der jährliche ADFC-Fahrradklima-Test (FKT) zeigt, wie zufrieden Radfahrende mit den örtlichen Verkehrsbedingungen sind. Die lebensnahen Rückmeldungen sind hilfreiche Informationen für die Verkehrsplanung und die politisch Verantwortlichen. Die Kommunen können die FKT-Ergebnisse nutzen, um Stärken und Schwächen herauszufinden, Vergleiche zu anderen Orten zu ziehen und daraus Maßnahmen abzuleiten, die den Radverkehr stärken. Mehr Infos: fkt.adfc.de/

Wohnraumschutzgesetz

Das ändert sich

Hamburg bremst private Ferienvermietung

Frau sitzt auf einer Couch mit einem Koffer davor

Willkommen in Hamburg!  Wohnraum darf für touristische Zwecke dennoch nicht zweckentfremdet werden

Seit 1982 gibt es das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz, kurz: HmbWoSchG. Es hat im Wesentlichen zwei Ziele: Erhaltung und Pflege von Wohnraum (Wohnungspflege) sowie Vermeidung und Beseitigung der Zweckentfremdung von Wohnraum.

In den vergangenen Jahren hat die kurzfristige Vermietung von oft möblierten Wohnungen stark zugenommen. Online-Plattformen zur Vermittlung privater Unterkünfte vor allem für touristische Zwecke sind rasant gewachsen. Die oft hochpreisige Vermietung von Wohnraum an wechselnde Gäste hat sich trotz der bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen zu einem attraktiven Geschäftsmodell entwickelt.

Angesichts des wachsenden Drucks auf den Wohnungsmarkt hat die Stadt Hamburg Maßnahmen ergriffen, um Wohnraum für die langfristige Nutzung zu sichern. Mit der Änderung des HmbWoSchG wird unter anderem zum 1.1.2027 die sogenannte Bagatellgrenze abgeschafft, mit der es bislang möglich war, bis zu 50 Prozent der eigenen Wohnfläche (also auch einzelne Zimmer) zeitlich unbegrenzt kurzfristig zu vermieten.

Künftig wird diese Form der Nutzung nur noch für maximal acht Wochen pro Kalenderjahr genehmigungsfrei zulässig sein. Die neuen Regeln sollen dazu beitragen, dass Touristen und Touristinnen wieder stärker Hotels, Pensionen oder Boardinghäuser nutzen, so dass wieder mehr Wohnungen für die Menschen, die dauerhaft in Hamburg leben, zur Verfügung stehen. Wichtig zu wissen: Untervermietungen werden in der Hansestadt einerseits durch das HmbWoSchG geregelt. Jede Form von Untervermietung – ob kurz oder lang – muss jedoch zusätzlich immer mit der jeweiligen Genossenschaft zuvor abgesprochen und von ihr genehmigt werden.

Frau sitzt auf einer Couch mit einem Koffer davor

Willkommen in Hamburg!  Wohnraum darf für touristische Zwecke dennoch nicht zweckentfremdet werden

Unsere Mitbewohner

Animierte Grafik einer durchs Bild krabbelnden Baumwanze

Baumwanzen

Was sind das für Insekten?
Baumwanzen (Pentatomidae) gehören zur größten Unterordnung der Wanzen. Weltweit gibt es circa 3.000 Arten, etwa 70 davon sind in Europa heimisch. Charakteristisch ist die dreieckige Rückenplatte. Baumwanzen sind zwischen 10 und 16 mm groß und meist grün oder braun gefärbt, eine perfekte Tarnung in Büschen und Bäumen. Sie besitzen ein stechend-saugendes Mundwerkzeug, das Rostrum, mit dem sie vor allem Pflanzensäfte aufnehmen.

Sind Baumwanzen gefährlich?
Nein. Sie stechen Menschen nicht und übertragen keine Krankheiten. Störend ist der süßlich-ranzige Gestank, der von ihnen ausgehen kann. Daher auch ihr Spitzname „Stinkwanze“. Der Geruch dient der Abwehr von Feinden und wird bei Stress freigesetzt. Deshalb sollte man Baumwanzen auf keinen Fall mit der Fliegenklatsche jagen oder zerdrücken.

Was ist das Problem?
Im Herbst suchen sie bevorzugt in Gebäuden ein Winterquartier.

Was tun?
Am besten sammeln Sie die Tiere vorsichtig ein, um sie draußen auszusetzen. Gut geeignet zum Einfangen sind ein Glas und ein Bogen Papier. Wichtig ist, die Tiere nicht zu quetschen, da sonst der typische Geruch freigesetzt wird.

Engagement

Illustration eines Buches mit dem Text "Genossenschafts-know-how"
Drei Generationen Picknicken und spielen ein Spiel gemeinsam

Wie gestalten wir gemeinsam lebendige Quartiere?

Vor Ort aktiv werden Hamburgs Wohnungsbaugenossenschaften stehen seit Jahrzehnten für gutes und bezahlbares Wohnen. Für ein gutes Zusammenleben braucht es engagierte Vorstände und motivierte Mitarbeitende – und genauso Mitglieder, die jeden Tag vor Ort das Miteinander aktiv gestalten.

Kleine Gesten Jede und jeder kann dazu beitragen, dass aus einer Wohnanlage ein Ort wird, an dem sich alle zu Hause fühlen. Schon kleine Dinge bewirken viel: ein freundlicher Gruß im Treppenhaus, ein kurzes Gespräch auf dem Hof oder Unterstützung für ältere Nachbarinnen und Nachbarn. Wer aufeinander achtet und offen miteinander umgeht, schafft Vertrauen und damit das Fundament für gemeinsame Aktivitäten.

Lust auf Verantwortung Lebendige Quartiere brauchen Menschen, die sich einbringen. Das kann ein Beitrag zum Nachbarschaftsfest sein, eine Idee für gemeinsame Aktionen oder das Vertreteramt. Wichtig ist das grundsätzliche Selbstverständnis: „Ich bin dabei.“ Jeder Beitrag zählt – unabhängig vom Alter, von der Herkunft oder davon, wie lange jemand schon dort lebt.

Demokratie leben Ehrenamtliches Engagement kos-tet manchmal etwas Zeit und Mühe – und gibt viel zurück. Gerade Kinder und Jugendliche profitieren sehr davon, wenn sie erleben, wie Gemeinschaft fair, respektvoll und verantwortungsbewusst gestaltet wird. Das schenkt Sicherheit und Geborgenheit, und das Quartier wird zum Lernort – denn nicht zuletzt sind Genossenschaften gelebte Demokratie.

Gemeinschaft statt Einsamkeit Gerade in einer Großstadt wie Hamburg und in Zeiten der Digitalisierung sind Orte für reale Begegnungen doppelt wichtig, um der Einsamkeit etwas entgegenzusetzen. Die Wohnungsbaugenossenschaften schaffen dafür viele Möglichkeiten – mit Gemeinschaftsräumen, Innenhöfen, Gärten oder Veranstaltungen für die Nachbarschaft. Die Mitglieder sind es, die diese Orte und Angebote mit Leben erfüllen.

Unterstützung Die Quartiersmanagements und Geschäftsstellen der Genossenschaften sind jederzeit ansprechbar für Ideen, Fragen und gemeinsame Aktivitäten. Sie helfen dabei, Engagement zu fördern und Nachbarschaft weiter zu stärken.

Neue Plattform

Zwei Perlenbastelnde Frauen

Besser als Fast Fashion

Einfach nachhaltig

Die Hose, die gekürzt werden müsste, der hübsche Rock, der nicht mehr passt – der A-Gain Guide hilft! Das ist eine digitale Plattform für mehr Nachhaltigkeit im Kleiderschrank. 2021 in Berlin ins Leben gerufen und 2025 von der 105 VIERTEL gGmbH mit Unterstützung der Umweltbehörde nach Hamburg geholt, macht die Plattform inzwischen über 600 registrierte Anbieter in der Hansestadt sichtbar – von Änderungsschneidereien und Reinigungen über Schuster bis hin zu Secondhand- läden. Außerdem bietet der A-Gain Guide Tipps und Tricks für alle, die Kleidung reparieren, wiederverwenden oder kreativ neu denken möchten. Mehr Infos: hamburg.a-gain.guide/de

Inklusiv

Das runde Logo "Kultur Perlen Hamburg" und das Schild dazu "Barrierefreie Toilette"

Kultur für alle

Menschen mit Behinderungen fehlen vor dem Besuch einer Kulturveranstaltung oft verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit vor Ort – von baulichen Gegebenheiten bis zu Angeboten wie Audiodeskription oder Leichter Sprache. Die Plattform Kulturperlen schafft hier Abhilfe. Sie bietet einen Überblick über die Zugänglichkeit von Kultureinrichtungen in Hamburg. Bereits rund 120 Kulturorte, zum Beispiel Museen, Theater, Kinos, Geschichtswerkstätten, Bürgertreffs und Clubs sind auf der Website hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit präzise und realistisch beschrieben. Mit der neuen Rubrik „Junge Perlen“ erweitert die Plattform ihr Angebot um Kulturangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Mehr Infos: kulturperlen.hamburg

Nachrichtenkompetenz

Handy auf dem mehrmals geschrieben steht: "Fakt" und dazwischen verbirgt sich das Wort "Fake"

Kann das stimmen?

Wie bilde ich mir eine fundierte Meinung? Woran erkenne ich Desinformation? Oder mit KI generierte Nachrichten? MEGAfoN ist eine speziell für Schüler und Schülerinnen entwickelte News-App mit Inhalten der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Darüber hinaus bringt das Projekt MEGAfoN Faktencheckkompetenz in die Schulen. Das Motto: „Meinungsbildung statt
Meinungsmache – Lesen für Bildung und Demokratie“. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. (VNW) unterstützt die Idee! Mehr Infos: https://megafon-online.de/

WIR VON DEN GENOSSENSCHAFTEN

Karriere mit Haltung

Immobilien verstehen, Menschen begleiten, Zukunft gestalten: Die Ausbildung bei Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften verbindet Sinn und Vielfalt mit starken Perspektiven

Nur am Schreibtisch sitzen? Gewiss nicht! Immobilienkaufleute wechseln in ihrem Berufsalltag regelmäßig zwischen Büro und Quartier, oder sie sind sogar auf Baustellen unterwegs. Ihre Arbeit ist vielseitig und zukunftssicher – bei den Genossenschaften kommt der soziale Aspekt hinzu. „Eine Ausbildung bei einer Wohnungsbaugenossenschaft bietet die Chance, in einem Unternehmen zu arbeiten, bei dem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Demokratie, Mitbestimmung, Gemeinschaft, Inklusion und Verantwortung sind wichtige Werte unserer täglichen Arbeit“, sagt Maj-Britt Larsen, Ausbildungsleiterin bei der Schiffszimmerer-Genossenschaft eG. Das Besondere an den Genossenschaften ist: Es geht nicht um Gewinnmaximierung, sondern um die besten Lösungen für die Mitglieder. „Wohnungsbaugenossenschaften zeigen, wie Immobilienwirtschaft zwischen wirtschaftlichem Denken und sozialer Verantwortung funktioniert“, ergänzt Christine Wieder, die beim Altonaer Spar- und Bauverein eG seit vielen Jahren den Bereich Ausbildung leitet.

Die Hamburger Genossenschaften bewirtschaften rund 135.000 Wohnungen; gut 20 Prozent aller Mietwohnungen in der Stadt sind damit Genossenschaftswohnungen. Gleichzeitig ist der Druck im Wohnungsmarkt in der Hansestadt seit Jahren unverändert hoch und sorgt für gesellschaftliche Spannungen. „Gerade in Hamburg, wo bezahlbarer Wohnraum knapp ist, erfahren die Auszubildenden früh, wie komplex und gleichzeitig bedeutend die Arbeit der Wohnungsbaugenossenschaften ist. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Markt, Regulierung und sozialem Auftrag – und entwickeln dabei ein echtes Verständnis für die Wohnungswirtschaft“, sagt Sonja Hahn, Ausbildungsleiterin bei der Wohnungsbaugenossenschaft KAIFU-NORDLAND eG.

Eine Kombination aus Wirtschaft und sozialem Auftrag

Immobilienkaufleute in einer Genossenschaft übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und wirken in die Stadt hinein. „Wer bei einer Wohnungsbaugenossenschaft arbeitet, ist nah an den Menschen und gestaltet nicht nur Wohnraum, sondern auch Quartiere, Nachbarschaften und Lebenswelten“, sagt Sandra Koth, Vorstandmitglied der Baugenossenschaft Hamburger Wohnen eG.

„Junge Menschen zu fördern, ist Teil des genossenschaftlichen Selbstverständnisses.“

Für Angelina Knaus, frisch ausgelernte Immobilienkauffrau und Werkstudentin bei der KAIFU-NORDLAND eG, war das ein großer Pluspunkt: „An der Ausbildung gefiel mir besonders die Kombination aus Wirtschaft und sozialem Auftrag. Wir stellen nicht nur Wohnraum zur Verfügung, sondern kümmern uns zum Beispiel auch mit dem Sozial- und Quartiersmanagement um die Anliegen und Bedürfnisse unserer Mitglieder.“

Die dreijährige Ausbildung verbindet Berufsschule mit Praxis im Unternehmen. Die Azubis lernen alle Abteilungen kennen: Vermietung und Verwaltung, Instandhaltung, Modernisierung und Neubau, Controlling und Finanzierung, Sozialmanagement, Rechnungswesen und Marketing. „Wir bilden nicht nur die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans ab, sondern auch darüber hinaus. Mit dem erlernten kaufmännischen Wissen, den Einblicken in bautechnische sowie soziale Bereiche erhalten die jungen Menschen vielfältige Möglichkeiten, sich nach der Ausbildung weiter in dem Gebiet zu spezialisieren, das besonders ihr Interesse geweckt hat“, sagt Eva Kiefer, Ausbildungsleiterin bei der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG.

 

Die Azubis bringen neue Perspektiven ein

Gemäß der Ausbildungsverordnung für Immobilienkaufleute gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschluss. In der Praxis sind ein guter Realschulabschluss, Abitur oder Fachhochschulreife bei den meisten Genossenschaften Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz als Immobilienkaufmann/-frau. Die Noten sind bei der Bewerbung jedoch nicht allein ausschlaggebend. Wichtig ist ebenso: Passt der Mensch zur Genossenschaft und ihren Werten? Hat jemand Freude am Umgang mit Menschen und eine serviceorientierte Haltung? Die Genossenschaften wissen den frischen Wind, den die angehenden Immobilienkaufleute in die Unternehmen bringen, zu schätzen. Sonja Hahn von der KAIFU beobachtet: „Themen wie Nachhaltigkeit sind für sie selbstverständlich – auch im Büroalltag. Auffällig ist auch das ausgeprägte Wertebewusstsein der Auszubildenden. Sie hinterfragen stärker, welchen Beitrag wir als Genossenschaft leisten, und stoßen damit wichtige Diskussionen an. Gleichzeitig gehen sie selbstverständlich mit digitalen Tools und neuen Technologien um und bringen so Bewegung in unsere Prozesse.“ Diese Einschätzung teilt Eva Kiefer von der bgfg: „Unsere Azubis blicken anders auf bestehende (analoge) Arbeitsabläufe. Da sollten die Unternehmen sich idealerweise offen für Neues zeigen, um davon zu profitieren. Wir haben zum Beispiel gerade erfolgreich unsere laufend durchgeführte Neumieterbefragung von analog auf digital umgestellt – umgesetzt wurde dies als Projekt von den Azubis. Auch im Bereich Social Media bringen unsere Azubis viele Ideen und Kreativität ein: Sie erstellen in Abstimmung mit der Marketing-Mitarbeiterin eigenständig Video-, Text- und Bild-Content für unseren Instagram-Kanal.“

Genossenschaften bieten vielfältige Karrierewege

Beide Seiten profitieren. Junge Menschen erhalten bei genossenschaftlichen Unternehmen eine hervorragende Ausbildung. Die wiederum können in Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels ihren eigenen Nachwuchs ausbilden, der die besondere Form des genossenschaftlichen Wirtschaftens versteht. Trotzdem haben sich in den vergangenen Jahren immer weniger geeignete Schulabgänger- und abgängerinnen beworben. „Viele wollen nach der Schule lieber studieren. Sie glauben, dass eine Ausbildung nicht so wertig sei und man studieren müsse, wenn man ein Abi hat. Aber: Die Anforderungen an die Ausbildung und die Qualität der Ausbildung sind hoch“, sagt Eva Kiefer von der bgfg. Der gemeinsame Stand der Wohnungsbaugenossenschaften auf der Ausbildungsmesse vocatium soll dazu beitragen, dieses Missverständnis auszuräumen. „Nicht jeder berufliche Weg beginnt mit einem Studium“, meint auch Sandra Koth von der Hamburger Wohnen. „Eine Ausbildung bietet die Chance, sich auszuprobieren, Orientierung zu gewinnen und den eigenen Weg zu finden – mit vielfältigen Perspektiven für die Zukunft“, sagt sie.

Nach der abgeschlossenen Ausbildung stehen den Immobilienkaufleuten in ihren Unternehmen viele Wege offen. Ob Weiterbildung, berufsbegleitendes oder duales Studium – die Genossenschaften unterstützen ihre Mitarbeitenden dabei, ihre persönlichen Karriereziele zu verwirklichen. Auch die Ausbildung der Immobilienkaufleute wird immer wieder neu ausgerichtet. „Themen wie künstliche Intelligenz und Klimaschutz verändern die Anforderungen an unsere tägliche Arbeit. Deshalb müssen wir unsere Ausbildungsangebote regelmäßig weiterentwickeln und junge Menschen auf neue Aufgaben und Berufsbilder vorbereiten“, sagt Maj-Britt Larsen von der Schiffszimmerer-Genossenschaft. Dafür engagiert sich auch der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. (VNW), der die Interessen der Genossenschaften vertritt und sie prüft. „Gut ausgebildete Immobilienkaufleute sind unsere Zukunft. Wir unterstützen unsere Mitgliedsunternehmen gerne mit Weiterbildungen und Know-how-Transfer“, sagt Inga Seifert vom VNW. Speziell für Auszubildende bietet der VNW eine Vielzahl an Wiederholungs- und Prüfungsvorbereitungsseminaren sowie u. a. Kommunikations-, Zeitmanagement- und Präsentationstrainings. „Mit unseren Bildungsangeboten ergänzen wir die hervorragende Ausbildung bei den Wohnungsbaugenossenschaften. Die Seminare haben sich als sehr hilfreich erwiesen und werden jedes Jahr gerne genutzt“, berichtet Inga Seifert. Ein besonderes Highlight für Auszubildende ist die „Lerninsel“, die einmal im Jahr angeboten wird. In einer Woche auf Juist können Auszubildende durch verschiedene Workshops ihre sozialen und methodischen Kompetenzen fokussiert weiterentwickeln.

Zusammenarbeit für eine hohe Qualität in der Ausbildung

Die kompetente Wissensvermittlung des VNW zu Themen wie zum Beispiel aktuelle Entwicklungen im Mietrecht, Klimapolitik, Nachhaltigkeit oder Betriebskostenrecht schätzt auch das Kollegium der Beruflichen Schule für Wirtschaft in Eimsbüttel, an der die angehenden Immobilienkaufleute jede Woche unterrichtet werden. „Wir Lehrenden nutzen die Angebote des VNW regelmäßig, um unser Wissen zu kaufmännischen, technischen und rechtlichen Fragen upzudaten“, sagt Abteilungsleiterin Yvonne Zippert. Hier zeigt sich einmal mehr: Für die hohe Qualität der Ausbildung der Immobilienkaufleute arbeiten viele Menschen sehr konstruktiv zusammen – ganz im genossenschaftlichen Sinne!

„Die Genossenschaften bilden werteorientiert und mit hoher Fachlichkeit aus.“

Portrait von Yvonne Zippert am Schreibtisch

Yvonne Zippert leitet seit 2022 die Abteilung für Immobilienkaufleute an der Beruflichen Schule für Wirtschaft (BS 26) in Eimsbüttel

Frau Zippert, wie viele angehende Immobilienfachleute gehen bei Ihnen zur Schule?

Derzeit lernen bei uns 479 junge Menschen in 22 Klassen. Damit sind wir die größte Abteilung an der Schule, an der auch Industriekaufleute und Steuerfachangestellte ausgebildet werden. Wir sind zudem die einzige Berufsschule für Immobilienkaufleute in Hamburg. Durch diese Konzentration können wir ein hohes Niveau in der Ausbildung gewährleisten.

Viele Ihrer Schüler und Schülerinnen lernen den Beruf bei einer Wohnungsbaugenossenschaft. Welche besonderen Qualitäten hat die Ausbildung dort?

Da kann ich ein dickes Lob aussprechen. Es ist eine sehr gründliche Ausbildung mit hoher Fachlichkeit. Die genossenschaftlichen Unternehmen tragen Sorge dafür, dass ihre Auszubildenden alle Bereiche dieses vielfältigen Berufsfeldes kennenlernen und gut durchlaufen. Die Azubis haben feste Ansprechpartner und -partnerinnen. Entsprechend ihrer Werteorientierung setzen die Genossenschaften bei der Ausbildung auf Gründlichkeit und arbeiten sehr qualitätsorientiert. Hinzu kommt, dass die Azubis von der engen Vernetzung innerhalb der Hamburger Genossenschaften profitieren. Die gemeinsamen Azubi-Projekte sind zum Beispiel ein gutes Fundament für das spätere berufliche Netzwerk, das auch in dieser Branche von großer Bedeutung ist.

Wenn ich mir bereits während  der Schulzeit vorstellen kann, dass dieser Beruf etwas für mich sein könnte – in welchen Fächern sollte ich mich besonders ins Zeug legen?

Deutsch und Mathe sind wichtig. Es handelt sich um einen Ausbildungsberuf mit einem starken Bezug zu rechtlichen Fragen. Viele Verordnungen und Gesetze sind relevant und müssen verstanden und angewendet werden. Auch in Zeiten von KI muss ein Azubi daher gut in der Lage sein, Texte schnell zu erfassen, Inhalte zu verarbeiten, umzusetzen und zu transferieren. Ohne eine gute Lesekompetenz wird die Ausbildung herausfordernd. Die zukünftigen Immobilienkaufleute müssen zudem gut mitdenken und prozessorientiert sein. Und: Plus, minus, mal und geteilt – ein grundlegendes Verständnis für Zahlen ist wirklich wichtig. Es handelt sich schließlich um einen kaufmännischen Beruf.

In welchen Fächern werden die zukünftigen Immobilienfachleute an der Berufsschule unterrichtet?

Es gibt 13 Lernfelder. Ich nenne hier nur einige: Wohnräume vermieten, gewerbliche Objekte bewirtschaften, Bauprojekte entwickeln und begleiten, Immobilien finanzieren sowie Werte-ströme und Werte erfassen und dokumentieren. Außerdem erhalten die Auszubildenden Unterricht in Facheng-lisch, Sprache und Kommunikation, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Wahlpflichtbereich können sie zum Beispiel Kurse wie Bautechnologie oder Digital Skills belegen. Sozialkompetenz und Teamfähigkeit sind in diesem Beruf enorm wichtig, das sind übergreifende Lernziele in allen Bereichen. Wir gehen zudem so oft es geht in Unternehmen, um die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen.

Ein Beispiel?

Das kann eine Exkursion ins Westfield Hamburg-Überseequartier in der HafenCity sein. Zu welchen Preisen wird dort vermietet? Welche Strategie steht dahinter? Welche Rolle spielen die Entertainmentflächen im Westfield?

Welche Bedeutung hat KI im Unterricht?

(lacht) Die ist längst so etwas wie die zweite Kollegin im Klassenzimmer. Wir können unseren Schülern und Schülerinnen nicht verbieten, dass sie KI-Tools nutzen. Das wollen wir auch gar nicht, sondern wir sehen zu, dass wir KI in den Unterricht integrieren und den kritischen Umgang damit vermitteln. Dafür entwickeln wir entsprechende Lernkonzepte, digital und analog. Bei Leistungsnachweisen lösen wir uns zunehmend von der Output-Orientierung und bewerten stattdessen stärker die Prozesse. KI wird auch in den Unternehmen eine immer größere Rolle spielen. Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, dass die Auszubildenden in diesem Bereich Kompetenzen entwickeln. Wenn einfache Tätigkeiten in der Buchhaltung künftig verstärkt von KI übernommen werden, braucht es Menschen, die über Arbeitsprozesse nachdenken und den Einsatz von KI-Tools klug gestalten können. Mehr Infos: bsw-hamburg.de

Gruppenbild der Azubis von der Messe

Perfekt in der Zeit: Um 8 Uhr 30 war alles aufgebaut, die Azubis standen für Fragen bereit

Von Azubis für Azubis in spe

Gute Teamarbeit: 32 Azubis aus 16 Genossenschaften betreuten am 3. und 4. Juni 2026 den gemeinsamen Stand der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften auf der vocatium-Ausbildungsmesse in der Messehalle Schnelsen. Sie informierten über den Berufsalltag, die Verdienstmöglichkeiten und Karrierewege von Immobilienkaufleuten in einer Wohnungsbaugenossenschaft. Rund 300 Schüler und Schülerinnen hatten sich vorab für einen Gesprächstermin angemeldet und wurden von den genossenschaftlichen Azubis auf Augenhöhe beraten. Schließlich waren sie vor gar nicht allzu langer Zeit selbst in der Situation, herauszufinden, was sie nach der Schule machen wollen. „Wir bemerken immer wieder, dass Genossenschaften als Ausbildungsbetriebe nicht so bekannt sind. Viele denken bei dem Beruf nur an Immobilienmakler. Dieses Vorurteil wollen wir gemeinsam aufbrechen. Unsere Azubis sind die besten Sprachrohre, um für den Beruf und auch für die Genossenschaften als Ausbildungsbetrieb zu begeistern“, sagen die beiden Ausbilderinnen Christine Wieder (altoba) und Eva Kiefer (bgfg), die das Azubi-Projekt begleitet haben.

Vom Kaufmann zum Architekten

Mieten, kaufen, wohnen: Dass die Immobilienbranche seine berufliche Heimat werden sollte, wusste Maurice Brewitz bereits in der 9. Klasse nach seinem Schülerpraktikum bei der Schiffszimmerer-Genossenschaft. Gleich nach dem Abitur konnte er dort 2019 seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann beginnen: „An der Berufsschule habe ich das Wahlpflichtfach Bauprojektmanagement belegt und in der Genossenschaft vier Monate in der technischen Abteilung gearbeitet. Danach war mir klar, dass hier mein Schwerpunkt liegen soll.“ Zum Ende seiner Ausbildung suchte er das Gespräch im Unternehmen, bereitete eine Präsentation vor und überzeugte. Im Herbst 2022 startete er ein duales Architekturstudium an der Internationalen Hochschule (IU) – mit der Schiffszimmerer-Genossenschaft als Praxispartner. Ein Pilotprojekt. „Zwanzig Wochenstunden im Betrieb, zwei Tage Uni – das ist herausfordernd. Gleichzeitig ist es einfach toll, Theorie und Praxis so eng miteinander verbinden zu können.“ Mit seinem Bachelorabschluss freut sich Maurice Brewitz nun auf seine vielfältigen Projekte bei der Genossenschaft im Bereich Hochbau.

Portait von Maurice Brewitz

Karrierewege: Maurice Brewitz entwickelte in der technischen Abteilung sein Interesse für Architektur

Gruppenbild der Azubis und der Auszubildenden

Erbpacht, E-Roller und Garagen: Azubis lernen aktuelle Herausforderungen der Genossenschaft kennen

Impulse für den Nachwuchs

Seit über zehn Jahren bringt der Azubiday die Auszubildenden der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften zum Austausch zusammen und gibt Einblicke in die Arbeit anderer Genossenschaften. Am 29. Juni trafen sich 55 Azubis bei der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft eG, die den Azubiday bereits zum dritten Mal ausrichtete. Im Fokus stand das Thema Erbbaurecht, das aktuell in der Buckhorn-Siedlung besonders relevant ist.
Dr. Kai Mediger, Justiziar des VNW, erläuterte die juristischen Grundlagen. Wolfgang Elbel von der Bewohner-Initiative Buckhorn und Ulrich Stallmann, Vorstand der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft eG, berichteten aus der Praxis. Zum Abschluss stellte der VNW seine Prüfungsvorbereitungskurse vor. Und Andreas Breitner, Direktor beim VNW, sprach über aktuelle Entwicklungen in Wohnungspolitik und -wirtschaft. „Es ist uns immer wieder eine Freude, die jungen Immobilienkaufleute bei uns zu haben. Von dem lebendigen Austausch profitieren alle“, sagt Ulrich Stallmann, Vorstand bei der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft eG.

Signet mit der Aufschrift "Gut vernetzt"

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junge Menschen haben 2026 ihre Ausbildung bei den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften begonnen, die mit aktuell insgesamt 71 angehenden Immobilienkaufleuten neben der SAGA zu Hamburgs größten Ausbildern der Branche zählen.

Signet mit der Aufschrift "Gut vernetzt"

0,4

Prozent mehr Menschen leben seit 2025 in Hamburg – bundesweit ist die Einwohnerzahl gleichzeitig um 0,1 Prozent zurückgegangen. Der Trend zeigt: Die Hansestadt braucht gut ausgebildete Immobilienkaufleute, die sich für bezahlbares Wohnen und den Klimaschutz im Gebäudesektor engagieren.

Signet mit der Aufschrift "Gut vernetzt"

Ausbilderkreis: Seit zwei Jahrzehnten ein Forum für Ideen, Austausch und Engagement

Seit über 20 Jahren treffen sich die Ausbilderinnen und Ausbilder der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften zum Austausch über Themen aus der Berufsschule, IHK-Prüfungen sowie für die Planung gemeinsamer Aktionen wie den Azubiday oder die Präsentation auf Ausbildungsmessen. „Die gute Vernetzung und der Wissenstransfer erhöhen die Qualität der Ausbildung“, sagt Eva Kiefer (bgfg), die von Anfang an dabei ist. Dem Ausbilderkreis gehören zurzeit 24 Genossenschaften an. Bei einem Treffen im Jahr 2025 entstand diese Gruppenaufnahme. Hintere Reihe von links: Detlef Siggelkow (WHW 1897), Ulrich Stallmann (Walddörfer), Claudia Jahnke (fluwog), Anja Greskamp (BVE), Viviann Buschmann (1902), Tanja Schwager (Bergedorf-Bille), Christine Wieder (altoba), Matthias Demuth (WGW). Vordere Reihe von links: Christian Schwalger (Schiffszimmerer), Annika Brokstedt (dhu), Alexandra Chrobok (Eisenbahnbauverein), Nadja Ahrweiler (HANSA), Eva Kiefer (bgfg).

Gruppenfoto des Ausbilder-Kreises

Klare Worte

Klimaziele ja – aber …?

Portrait Burkhard Pawils

Burkhard Pawils, Vorsitzender des Vorstands des Altonaer Spar- und Bauvereins

Hamburg will klimaneutral werden – und zwar schnell. Spätestens 2040 sollen Immobilien ohne fossile Energien betrieben werden, die Vermeidung von Treibhausgasen hat höchste Priorität. So weit die politische Vorgabe. In der Praxis aber entsteht ein anderer Eindruck: Wer ökologisch sinnvolle Maßnahmen plant, trifft oft auf eine Verwaltung, die verzögert und abwehrt.

Das Ärgernis liegt im Umgang mit den Zielkonflikten. Städtebauliche Ansprüche, Erhaltungssatzungen und Denkmalschutz werden in Hamburg regelmäßig höher gewichtet als wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz. Und das nicht im Ausnahmefall, sondern systematisch. Gerade im dicht bebauten Stadtgebiet, in dem ein Großteil der Immobilien mindestens einer regulatorischen Beschränkung unterliegt, wären pragmatische Abwägungen und die Nutzung von Ermessensspielräumen zwingend erforderlich. Stattdessen dominiert die strengst mögliche Auslegung – selbst dann, wenn der klimatische Nutzen einer Maßnahme fachlich eindeutig belegt ist. Im Ergebnis wird Klimaschutz vertagt oder verhindert.

Schon die Montage einer Photovoltaikanlage oder die Nachrüstung von Fahrradstellplätzen kann in langwierigen Widerspruchsverfahren münden. Monate vergehen, ohne dass Nachfragen zum Sachstand erwünscht sind. So werden wir die Klimaziele nicht ansatzweise erreichen können.

Welchen Wert hat ein geschütztes Denkmal, wenn gleichzeitig die Klimaziele verfehlt werden? Was nützt ein eingefrorener Bauzustand aus den 1960er-Jahren, wenn die Energiekosten explodieren und barrierearmes Wohnen zur gesellschaftlichen Notwendigkeit wird? Es wird ein vermeintlich sozial erwünschter Status quo verteidigt, der mit der Lebensrealität vieler Menschen längst nichts mehr zu tun hat. Dabei geraten ausgerechnet die Interessen künftiger Generationen aus dem Blick – also jener, die auf den Erfolg der Klimaschutzmaßnahmen angewiesen sind.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Neubau. Zwar herrscht Einigkeit darüber, dass Hamburg mehr Wohnraum braucht. Doch in den Genehmigungsverfahren wird weiter gearbeitet, als gebe es keinen Handlungsdruck. Bearbeitungszeiten werden in Jahren statt in Monaten gemessen. Bauanträge zur Schaffung von Wohnraum werden nicht als Chance behandelt, sondern häufig zuerst als Problemfall gesehen. Bauherren erfahren allzu oft, warum etwas nicht geht – statt wie es gehen könnte. Nicht der Lösungsweg steht im Mittelpunkt, sondern der Hinderungsgrund.

Besonders widersprüchlich wird es dort, wo politisch die Beschleunigung beschworen wird, während die Praxis das Gegenteil organisiert. Serielles Bauen und ein „Hamburg-Standard“ werden öffentlich begrüßt, gleichzeitig aber durch städtebauliche Detailvorgaben, Gestaltungssatzungen oder verpflichtende Architektenwettbewerbe faktisch ausgebremst. Wer Standardisierung fordert, darf nicht zeitgleich Maßanfertigungen erzwingen.

Übrigens werden heute ausgerechnet Gebäude z. B. der 1960er-Jahre unter Schutz gestellt, also Bauten, die unter den wirtschaftlichen Vorgaben der Bauherren häufig seriell und eher schlicht hergestellt wurden.

Wenn politische Ziele mehr sein sollen als wohlklingende Überschriften, dann braucht es jetzt einen Kulturwandel in der Verwaltung. Jeder Antrag, der zur CO2-Minderung beiträgt oder neuen Wohnraum schafft, müsste mit dem Willen geprüft werden, eine Lösung zu finden. Hamburg braucht eine Verwaltung, die das, was sie politisch verspricht, praktisch möglich macht.

Service

ADRESSEN, DIE WEITERHELFEN

Ob rechtliche Beratung
oder Gesundheits-Know-how:
Diese Kontakte bieten Unterstützung

Alltagsheld:innen

Die Stiftung bietet Alleinerziehenden eine kostenfreie Hotline an, in der sie in 30-minütigen Gesprächen fachkundig zu Kindschafts- und Familienrecht beraten werden. Terminbuchung unter hotline-familienrecht.de

Weisser Ring e. V.

Ein kostenloses, anonymes Beratungsangebot für Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind und Hilfe benötigen. Von Montag bis Sonntag jeweils von 7 Uhr bis 22 Uhr unter der Rufnummer 116 006 erreichbar.

Perspektiv-Kontor Hamburg

Die gemeinnützige Unternehmensgruppe fördert, qualifiziert und begleitet Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen auf ihrem Weg in Arbeit. Mehr Infos: pepko-hamburg.de

DAJEB

Über die Website der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e. V. (DAJEB) finden Sie über die PLZ-Suche qualifizierte Beratungsstellen in Ihrer Nähe. Mehr Infos: dajeb.de

Hamburger Gesundheitshilfe

Die gemeinnützige GmbH unterstützt Menschen, die aufgrund einer Erkrankung, einer Behinderung oder wegen fortgeschrittenen Alters Beratung, Hilfe oder Pflege benötigen. Mehr Infos: hamburger-gesundheitshilfe.de

Patenschaft übernehmen


Die PFIFF gGmbH ist ein Fachdienst für Familien in Hamburg. Mitarbeiterin Melanie Scholz koordiniert das Patenschaftsprogramm für Kinder psychisch erkrankter Eltern.

Warum gibt es dieses Programm?

In Hamburg leben rund 82.000 Kinder und Jugendliche mit einem psychisch erkrankten Elternteil. Sie sind oftmals besonderen Belastungen ausgesetzt und übernehmen früh Verantwortung. In den Patenschaften erleben sie unbeschwerte Zeiten, die sie vor eigener psychischer Erkrankung schützen und die ganze Familie entlasten können.

Was ist die Aufgabe der Paten und Patinnen?

Als verlässliche Bezugsperson nehmen sie sich regelmäßig, meist einmal wöchentlich, Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit ihrem Patenkind. Die Kinder profitieren von der stabilen Beziehung, der ungeteilten Aufmerksamkeit und ermutigenden Begleitung.

Die PFIFF gGmbH ist ein Fachdienst für Familien in Hamburg. Mitarbeiterin Melanie Scholz koordiniert das Patenschaftsprogramm für Kinder psychisch erkrankter Eltern.

Warum gibt es dieses Programm?

In Hamburg leben rund 82.000 Kinder und Jugendliche mit einem psychisch erkrankten Elternteil. Sie sind oftmals besonderen Belastungen ausgesetzt und übernehmen früh Verantwortung. In den Patenschaften erleben sie unbeschwerte Zeiten, die sie vor eigener psychischer Erkrankung schützen und die ganze Familie entlasten können.

Was ist die Aufgabe der Paten und Patinnen?

Als verlässliche Bezugsperson nehmen sie sich regelmäßig, meist einmal wöchentlich, Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit ihrem Patenkind. Die Kinder profitieren von der stabilen Beziehung, der ungeteilten Aufmerksamkeit und ermutigenden Begleitung.

Was sollte man für dieses Ehrenamt mitbringen?

Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen, Interesse an ihrer Lebenswelt sowie Offenheit, Verlässlichkeit und Geduld. Und natürlich Zeit für regelmäßige Treffen. Hilfreich ist außerdem, selbst gefestigt im Leben zu stehen und dadurch Stabilität und Orientierung zu bieten.

Welche Unterstützung bekommen die Paten?

PFIFF bereitet durch intensive Beratung und ein Seminar auf die Aufgabe vor. Eine feste Ansprechperson begleitet die Patenschaft. Zudem finden monatliche Austauschtreffen statt, und es gibt Angebote für kostenfreie Fortbildungen.

Was ist das Schöne an dem Ehrenamt?

Paten und Patinnen berichten uns, wie sinnstiftend sie ihre Aufgabe erleben. Kleine und große Entwicklungsschritte der Kinder erleben zu können, bereichert ihr Leben. Viele freuen sich, mal wieder Dinge zu tun, die im Erwachsenenleben in Vergessenheit geraten – z. B. Trampolin springen oder Lego bauen. Und das Wissen, als ergänzende Bezugsperson einen Unterschied im Leben eines Kindes zu machen, motiviert.

Mehr Infos: pfiff-hamburg.de

Hamburg grafisch

Friedhöfe

Fakten zum Leben und Sterben in der Stadt

Grafik eines Friedhofszene mit Fledermäusen, Gabsteinen und Bäumen, mit Infos rund um die Hamburger Friedhöfe
Grafik eines Friedhofszene mit Fledermäusen, Gabsteinen und Bäumen, mit Infos rund um die Hamburger Friedhöfe

METROPOLREGION

9x

Schöne Aussichten auf die Stadt

Hafen und Elbe

Neue Erfahrungen, mehr Wissen

Kleines Signet mit der Aufschrift "Jetzt anschauen"
Zwei mit Helm gesicherte Fahrradfahrer mit Hund im Gepäck fahren nebeneinander durch den Elbtunnel

Glimmernde Kacheln

Im Mai 2026 wurde nun auch die Weströhre des Alten St. Pauli Elbtunnels (erbaut 1911) feierlich wiedereröffnet. Die Reparaturarbeiten an dem Hamburger Wahrzeichen dauerten insgesamt 15 Jahre. Die denkmalgerechte Sanierung der beiden Röhren und der Kuppel kostete rund 130 Millionen Euro. Das 426,5 Meter lange Bauwerk kann zu Fuß und mit dem Fahrrad rund um die Uhr passiert werden – nur nicht in der Silvesternacht! Die Kfz-Nutzung wurde 2019 eingestellt.

Buchcover "die kleine Hafenrundfahrt"

Zeitreise durch den Hafen

So war das: Der Hamburger Foto-amateur Albin Müller hat in den 1950er- und 1960er-Jahren mit seiner Kamera das Hafengewimmel eingefangen: Barkassen, Frachter, Hafenarbeiter beim „Fofftein moken“ (eine Viertelstunde Pause machen) und den Fischverkauf direkt vom Schiff:   „die kleine Hafenrundfahrt“, hrsg. von Bernd Nasner (Junius Verlag)

Kleines Signet mit der Aufschrift "Mirko-Urlaub"
Morgendliche Szene vom Fischmarkt

Marktplatz seit 1703

Einst wurde hier in aller Frühe gehandelt, damit der frische Fisch noch vor dem Kirchgang in die herrschaftlichen Küchen kam. Heute drängen sich sonntags zwischen 5 Uhr und 9 Uhr 30 bis zu 50.000 Menschen über den Fischmarkt. Tipps für den Besuch: Die erste Stunde ist die schönste. Bargeld und Tasche für Schnäppchen nicht vergessen!

Hafenszene mit einem Bus davor

Die Welt der Logistik

Terminals sind weltweit Sicherheitsareale: „Zutritt verboten!“ Das Busunternehmen Jasper bietet als Ko-operationspartner der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) auf einer dreistündigen Bustour einen Einblick in diesen Teil des Hafens. Mehr Infos: jasper.de/tour-der-giganten

Hafenszene mit dem deutschen Hafenmuseum im Bild und dem Schiff Peking davor.

Mehr als alte Anker!

Das Hafenmuseum will Tradition genauso wie Globalisierung erfahrbar machen. Viel zu sehen gibt es bereits im Schaudepot im 50er Schuppen. Und bis der Erweiterungsbau auf dem Grasbrook fertiggestellt ist, kann man im Johann Kontor am Klosterwall auf 700 Quadratmetern einen ersten Eindruck gewinnen, was das neue Deutsche Hafenmuseum einmal zu bieten haben wird. Mehr Infos: shmh.de

Mann am Hafen mit Elphi im Hintergrund und einem Fischbrötchen in der Hand.

Geliebter Snack

Ist es die Knusprigkeit des Brötchens? Oder das perfekte Verhältnis von Zwiebeln und Matjes? Was ist besser: Bratfisch oder Frikadelle? Über Hamburgs liebstes Fast Food lässt sich vortrefflich streiten! Beliebt: die Brötchen vom Imbiss „Brücke 10“ am westlichen Ende der Landungsbrücken. Auch lecker: der frisch gegrillte Fisch im Brot beim türkischen Imbiss „Eminönü“ am Steindamm.

Motiv von oben: Das Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder

Up, up and away

Vor den Toren der Stadt befindet sich das AirbusWerk Hamburg-Finkenwerder. Auf einer Tour über das Gelände erhalten Sie spannende Einblicke in die Montage und den Innenausbau der Flugzeuge. Pro Person etwa 33 Euro. Mehr Infos: werksfuehrung.de/airbus-werkstouren/airbus-hamburg

Welches Schiff läuft gerade ein?

Präzise Informationen über Schiffspositionen sind für Reedereien, Terminals und Lotsen wichtig. Unternehmen wie MarineTracking oder VesselFinder ermitteln diese – und stellen einen eingeschränkten, kostenlosen Zugang zu ihren Daten auch für jedermann bereit. So kann man am Elbstrand mit dem Smartphone in der Hand in Echtzeit erfahren, was für ein großer Pott da gerade Wellen schlägt.

Fähre auf der Elbe

Hafenrundfahrt

Der touristische Klassiker für Zugereiste und Einheimische! Zwei besondere Angebote: Die Alternative Hafenrundfahrt beleuchtet die Schattenseiten des Welthandels. Frau Hedis Tanzkaffee ist eine Barkasse mit Bar, DJs und Bands, sozusagen eine treibende Konzerthalle. Mehr Infos: hafengruppe-hamburg.de und frauhedi.de

Digitales Kreuzworträtsel

Gutscheinkarte des Avocado-Stores

Wer das Lösungswort des Kreuzworträtsels einsendet, hat die Chance auf einen 100-Euro-Gutschein für den nachhaltigen Avocadostore – mit Produkten, die fair, umweltfreundlich und sozial verantwortlich hergestellt sind. 

Viel Spaß beim Miträtseln und viel Glück!

So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.

Einsendeschluss ist der 20.11.2026