Herbst 2025
Unsere Titelthemen
Wie gute Nachbarschaft
entsteht
Der Hamburger Verein
griffelkunst wird 100
VNW-Verbandsdirektor
Andreas Breitner im Gespräch
Liebe Mitglieder,
willkommen zur Herbst-Ausgabe der „bei uns“. Unsere Titelgeschichte widmet sich diesmal dem Thema „Nachbarschaft“. Wie gelingt das Miteinander? Was tragen engagierte Mitglieder mit viel Verlässlichkeit zur guten Gemeinschaft in den Quartieren bei? Wir haben dazu mit Genossenschaftsmitgliedern gesprochen und ein Interview mit der Ehrenamts-Expertin Julia Hudy, Geschäftsführerin von AKTIVOLI Hamburg, geführt. Sie lesen in dieser Ausgabe zudem über ein kulturelles Highlight, das die Hamburger und Hamburgerinnen im Herbst erwartet: Der Verein griffelkunst wird 100 Jahre alt. Des Weiteren bieten wir Ihnen hilfreiche Service-Tipps, die Ihren Alltag erleichtern. Und für trübe Tage mit Nieselregen haben wir neun spannende Indoor-Ausflugsziele für die ganze Familie zusammengestellt.
Viel Freude beim Lesen!
Inhalte dieser Ausgabe
Jetzt entdecken
Hamburger Grün
Renaturiert: Im Wittmoor wurde einst Torf abgebaut – heute schützt es wieder das Klima
Wandern im Weißen Moor
Im Norden der Hansestadt befindet sich das Wittmoor, eines der letzten Hochmoore Hamburgs. Im Herbst ist ein Spaziergang auf den federnden Böden durch die einzigartige Natur eine ganz besondere Erfahrung
Diese märchenhafte Landschaft, die sich von Duvenstedt und Lemsahl-Mellingstedt hinüber in den Norderstedter Stadtteil Glashütte zieht, entstand vor rund 8.000 Jahren. In einer Senke in einem Nebental der Alster setzte nach dem Ende der Eiszeit die Vermoorung ein. Dann kam der Mensch! Viele Jahrzehnte wurde hier bis 1958 die Landschaft entwässert und Torf abgebaut. Später erkannte man die große ökologische Bedeutung des Ortes. Denn Moore haben Superkräfte: Sie sind der größte CO2-Speicher, den die Natur zu bieten hat. In Zahlen: Nur drei Prozent der Erdoberfläche bestehen aus Mooren, sie speichern jedoch circa 30 Prozent des weltweiten Bodenkohlenstoffs. Seit 1978 steht das rund 160 Hektar große Gelände unter Naturschutz: Die Entwässerungsgräben wurden wieder geschlossen, zwei neue Hochmoorseen entstanden. Die absterbenden Birken wirken morbide, sind jedoch das Zeichen neuer Moorbildung. Auf dem Damm, auf dem einst die Förderbahn entlangrollte, führt heute ein Wanderweg durch das renaturierte Hochmoor. Beim Spazierengehen können Sie wieder typische Hochmoorpflanzen wie Glockenheide, Schnabelried oder Wollgras entdecken. Moosjungfern, eine Libellenart, schwirren durch die Luft. Zurückgekehrt sind auch die scheuen Kreuzottern, sonnenbadende Mooreidechsen, Ringelnattern, Frösche und Vögel wie die Bekassine, der Baumpieper und die Goldammer. Es ist ein gut erschlossenes und ausgeschildertes Wandergebiet, ideal für ein- bis zweistündige Touren. Nur nach langen Regenfällen sind die Wege matschig. Übrigens: Der NABU engagiert sich in ganz Hamburg für die Wiedervernässung von Mooren und freut sich über helfende Hände, die an verschiedenen Aktionstagen mit anpacken! Hinkommen mit Bus und Bahn: von der S-Bahnhaltestelle Poppenbüttel mit der Buslinie 176 oder 276 bis Tannenhof, von dort zu Fuß über Huulkamp in den Bilenbarg. Mehr Infos unter hamburg.de, Stichwort: „Wandern im Wittmoor“
MELDUNGEN
Leuchtendes Ufo
Leuchtendes Ufo
„Es war mir wichtig, die Schwimmoper in einer dunklen Stimmung zu fotografieren, um die besondere Architektur der denkmalgeschützten Halle von 1973 hervorzuheben“, sagt der Fotograf Jörg Weusthoff. Diese besondere Aufnahme der Alsterschwimmhalle ist im Mai 2024 um 4 Uhr 48 vor Sonnenaufgang in der blauen Stunde entstanden. Die Drohne (für Technikfans: DJI Mavic Pro3, Hasselblatt Optik) schwebte dabei in einer Höhe von etwa 40 Metern. „Das Foto ist aus der Richtung Lübecker Straße aufgenommen. Aus dieser Perspektive sind die große leuchtende Fensterfront und die prägnante Dachkonstruktion von Hamburgs größter Schwimmhalle mit der Außenalster im Hintergrund am besten sichtbar.“ Mehr Infos: jw-skyviews.de
So funktioniert die Stadt
Wer bestimmt, wie eine Straße heißt?
Namensvorschläge für Verkehrsflächen können von den Bürgerinnen und Bürgern, aus der Politik oder vom Bezirksamt stammen. Das Staatsarchiv in der Kattunbleiche in Wandsbek prüft die eingegangenen Anträge auf die richtige Schreibweise und klärt Verwechslungsmöglichkeiten und Vereinbarkeit ab. Gemäß dem Hamburgischen Wegegesetz (§20) benennt der Senat dann die Verkehrsfläche. Im Amtlichen Anzeiger werden die neuen Straßennamen anschließend veröffentlicht. Straßennamen bieten Orientierung – nicht nur geografisch, sondern auch kultur- und gesellschaftspolitisch. Die Landeszentrale für politische Bildung hat deshalb eine neue Datenbank mit Hamburger Straßennamen, die nach Personen benannt sind, erstellt. Das betrifft 37 Prozent der rund 8.800 Verkehrsflächen in Hamburg: 2.870 sind nach Männern, 496 nach Frauen benannt (Stand: Mai 2025).
Mehr Infos: hamburg-strassennamen.de
Unsere Mitbewohner
Asiatischer Marienkäfer
Wie sieht er aus?
Normal ist, dass keiner wie der andere aussieht. Manche Exemplare des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) sind orange mit wenigen schwarzen Flecken auf den Deckflügeln, andere wiederum wirken mit bis zu 20 Punkten fast schwarz. Typisch ist sein weißer Halsschild mit schwarzer Zickzack-Musterung.
Wie ist er nach Europa gelangt?
Da diese Art besonders viele Blattläuse vertilgt, wurde sie aus Asien in die USA und nach Europa importiert und zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen in Gewächshäusern eingesetzt. Von dort entfleuchte der Käfer und verbreitete sich seit der Jahrtausendwende rasant. Ab Oktober sucht er in Schwärmen ein Winterquartier, auch in Wohnhäusern. Daher sein Spitzname „Halloween-Beetle“.
Ist der asiatische Marienkäfer gefährlich?
Nein, er ist nicht giftig und überträgt keine Krankheiten. Aber wie alle Neozoen (Tiere, die der Mensch absichtlich oder versehentlich in neue Lebensräume gebracht hat) beeinflusst der Asiatische Marienkäfer das Ökosystem. Er vermehrt sich schneller als der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer, der so verdrängt werden kann.
Kulturelles Engagement
Kunst für alle
2025 feiert die weltweit einzigartige griffelkunst-Vereinigung e. V. ihr hundertjähriges Bestehen. Die Hamburger Kunsthalle gratuliert mit einer Ausstellung
Schweizer Alpen 1, 1969. Dieser Siebdruck von Gerhard Richter stand 1971 bei griffelkunst zur Auswahl
Der Volksschullehrer Johannes Böse (1879-1955) gründete 1925 den Verein, um „das Verständnis für und die Liebe zur bildenden Kunst in unserer Gesellschaft zu entdecken, zu entwickeln und zu verbreiten“. Seine Idee basierte auf den Idealen der Kunsterziehungsbewegung, die damals von Alfred Lichtwark, dem ersten Direktor der Hamburger Kunsthalle, begründet wurde. Mit zunächst 75 Mitgliedern – vor allem aus der Fritz-Schumacher-Siedlung – startete Böse in Hamburg-Langenhorn sein Vorhaben, Original-Kunst auch in Privaträume zu bringen.
Ausstellungsgruppen in ganz Deutschland
Mittlerweile hat die auflagenstärkste Grafikvereinigung der Welt 4.500 Mitglieder in ganz Deutschland, die Warteliste ist lang. Zweimal jährlich treffen sich die Ausstellungsgruppen an fast 90 Orten von Helgoland über Görlitz bis nach Lindau am Bodensee, die von ehrenamtlich engagierten Mitgliedern geführt werden. Die jeweils aktuelle Wahl wird in Schulen, Kulturinstitutionen bis hin zu Privatwohnungen präsentiert, darüber diskutiert und ausgewählt. Die griffelkunst-Vereinigung engagiert sich dabei nicht nur für die Förderung und Vermittlung von Kunst und Kultur, sondern auch für den Erhalt und die Vermittlung traditioneller Drucktechniken.
Vielfalt bei der Auswahl
Das griffelkunst-Prinzip ist seit hundert Jahren unverändert: Die Mitgliedsgebühr (zurzeit 200 Euro) berechtigt, zweimal im Jahr insgesamt vier Originalwerke auszuwählen. Um zu verhindern, dass griffelkunst für Spekulation am Kunstmarkt genutzt wird, verpflichtet sich jedes Mitglied, die durch die griffelkunst erworbenen Kunstwerke nicht zu verkaufen. Charakteristisch für die griffelkunst-Vereinigung ist das Nebeneinander von Werken etablierter nationaler und internationaler Künstler und Künstlerinnen und weniger bekannter, oft junger Menschen, die am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn stehen.
Orginalgrafik für 45 Euro
„Der Idee, Kunst wirklich für jedermann erschwinglich anzubieten, sind wir bis heute treu geblieben. Aktuell kostet ein Blatt 45 Euro, unabhängig davon, ob es sich um einen etablierten und auf dem Kunstmarkt vertretenen Kunstschaffenden oder um jemanden frisch von der Kunsthochschule handelt“, erklärt Dirk Dobke, Geschäftsführer griffelkunst. Wer Lust hat, dabei zu sein, kann sich auf die Warteliste setzen lassen.
Mehr Infos und Termine zum Jubiläum
finden Sie unter griffelkunst.de
Die Hamburger Kunsthalle – selbst Mitglied bei griffelkunst – gratuliert mit der Ausstellung „And so on to infinity“. Vom 7. November 2025 bis 8. Februar 2026 werden Werke aus 100 Jahren griffelkunst gezeigt.
Geschichte und Gegenwart
Nutzungsgebühr statt Miete
Sie wohnen in einer Genossenschaftswohnung und sind Mitglied? Dann sind Sie kein Mieter und keine Mieterin. Als Mitglied nutzen Sie das Gemeinschaftseigentum. Sie zahlen deshalb keine monatliche Miete, sondern eine Nutzungsgebühr oder ein Nutzungsentgelt. Durch das Zeichnen von Geschäftsanteilen (Anzahl und Preis der Anteile sind in der jeweiligen Satzung einer Genossenschaft festgelegt) sind Sie Miteigentümer oder -eigentümerin geworden – in Hamburg sind das rund 230.000 Menschen in den 30 Wohnungsbaugenossenschaften der Stadt.
Typisch Genossenschaft: als Mitglied mitbestimmen
Zu den Rechten der Mitglieder gehört das Dauerwohnrecht. Sie sind durch das genossenschaftliche Prinzip geschützt vor Spekulation und Willkür – und sie können die Geschicke ihrer Genossenschaft mitbeeinflussen und -bestimmen. Auch die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften müssen mit steigenden Bau- und Modernisierungskosten umgehen, der Klimaschutz erfordert Investitionen – das kann eine ausbalancierte Anpassung der Nutzungsgebühr im Sinne eines vorausschauenden und nachhaltigen Handelns notwendig machen. Im alltäglichen Sprachgebrauch geht die Bezeichnung „Nutzungsgebühr“ manchmal verloren – es lohnt sich jedoch, wenn wir diesen Begriff aktiv verwenden. Denn er erinnert uns alle daran, was die genossenschaftliche Idee ausmacht: gemeinsam stark zu sein.
Straßengeschichten
Herrlichkeit
Asphalt, Poller und ein Parkhaus – das ist heute die Herrlichkeit in der Hamburger Altstadt. Die etwa 200 Meter lange Straße führt vom Rödingsmarkt zum Alsterfleet hinunter, biegt nach links ab und mündet an der Schaartorbrücke. Ihren (überraschenden) Namen verdankt die eher unattraktive Straße den prächtigen Gärten, die im 16. Jahrhundert an dieser Stelle angelegt worden waren und die ausschließlich von den Herren des Rats genutzt werden durften.
Zahlen erzählen
Laternen, die nicht leuchten, Müll, Schlaglöcher, verrostete Fahrräder, kaputte Spielgeräte oder Bänke – über den Melde-Michel können Hamburger Bürger und Bürgerinnen online auf Schäden der städtischen Infrastruktur aufmerksam machen. 2024 gingen 50.000 Beschwerden ein – über 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Hinweise kamen aus dem Bezirk Wandsbek und betrafen Müll, insbesondere Sperrmüll. Ihnen fällt etwas auf? Kaputtes, Zerstörtes oder Schmutz können Sie sowohl vom Computer als auch vom Smartphone mit der App melden. Der Melde-Michel zeigt auf einer Karte an, welche Missstände bereits in Bearbeitung sind. Mehr Infos: hamburg.de/verkehr/melde-michel
Buchpreis HamburgLesen
Geschichten über die Stadt
Seit 1696 sammeln die Staats- und Universitätsbibliothek und ihre institutionellen Vorgänger Schriften, die sich mit der Hansestadt befassen. Um diese besondere Hamburgensien-Sammlung (derzeit bestehend aus rund 500.000 Medieneinheiten wie etwa Romane, Sachbücher, Platten, CDs, Hörbücher, Reiseführer, Stadtpläne, Pixibücher, Comics, Nachschlagewerke, Noten, Kinderbücher oder behördliches Schrifttum) zu würdigen, vergibt die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky seit 2013 den mit 5.000 Euro dotierten Buchpreis „HamburgLesen“.
Ausgezeichnet wird jedes Jahr ein Werk, das sich in herausragender Weise mit der Stadt befasst. 2025 findet die Preisverleihung am Freitag, den 14. November, ab 17 Uhr statt – wie immer im Lichthof der Stabi. Seien Sie dabei! An diesem Abend werden die sieben Bücher, die es in die Endauswahl geschafft haben, mit spannenden Laudationes vorgestellt – und die Jury gibt ihre Entscheidung bekannt.
Hamburg im Wandel
Von 1920 bis 1970 dokumentierte der Amateurfotograf Albin Müller den Alltag in der Stadt – der nun erschienene Fotoband ist eine faszinierende Zeitreise in Hamburgs jüngere Geschichte. Der Herausgeber war fast dreißig Jahre lang Inhaber des Photohauses Colonnaden und ist Kenner und Sammler historischer Hamburg-Fotografie.
„Albin Müller“, hrsg. von Bernd
Nasner, Junius Verlag
Hanseatisches Tierleben
Neben etwa 107.000 Hunden und knapp 1,9 Millionen Menschen leben in Hamburg auch noch um die 20.000 Wildtierarten – Arten wohlgemerkt, nicht Exemplare! Tellerschnecke, Wachtelkönig, Uhu und Blattlaus: Die Illustratorin hat einige von ihnen liebevoll porträtiert und die Zeichnungen mit kuriosen Fakten und erhellenden Anekdoten ergänzt.
„Hamburger Tiere“ von Marie Parakenings, Kulturverlag Kadmos
Drei Generationen an der Elbe
Die 102-jährige Margrit Raven, der Fahrer Arthur, der sie jeden Tag vom Seniorenheim in den Römischen Garten in Blankenese bringt, und Margrits Enkelin Luzie, die kurz vor dem Abitur die Schule verlassen hat: Die Hamburger Autorin erzählt in diesem Roman von drei Schicksalen – und zwölf Frühsommertagen an der Elbe, die alles verändern.
„Flusslinien“ von Katharina
Hagena, Kiepenheuer & Witsch
Dystopischer Blick in die Zukunft
Um 2040: brütende Hitze, Artensterben, leere Regale im Supermarkt. Wer Geld hat, lebt komfortabel in eingezäunten Siedlungen und lässt sein Bewusstsein auf der DNA einer Pflanze speichern. Die Drosera AG, ein Biotech-Konzern mit Sitz in Hamburg, vermarktet ein solches Verfahren. Aushilfsgärtnerin Aylin beginnt, Speicherpflanzen auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
„Phytopia Plus“ von Zara Zerbe, Verbrecher Verlag
Kostenlose Broschüre
So geht Nachhaltigkeit
Der „Klimafreundliche Hamburg-Guide“ ist in einer vollständig überarbeiteten Auflage erhältlich. Herausgegeben von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) in Kooperation mit dem Oekom-Verlag, bietet der #moinzukunft-Guide auf 144 Seiten viele praktische Tipps, wie Hamburger und Hamburgerinnen ihren Alltag klimafreundlicher gestalten können. Der Guide ist als gedrucktes Buch oder digital als PDF erhältlich. Ob Mobilität, Ernährung, Konsum oder Wohnen – hier finden Sie viele Inspirationen für mehr Nachhaltigkeit. Darüber hinaus stellt der Guide lokale Initiativen, Ausflugsziele und Beratungsangebote vor. Ein besonderes Highlight: Die 48 Gutscheine, die der gedruckten Ausgabe beigefügt sind, laden dazu ein, nachhaltige Angebote direkt auszuprobieren – vom Bio-Bäcker bis zum Carsharing. Die kostenlose Broschüre imhandlichen A5-Format finden Sie in den sechs Hamburg-Service-Standorten, den Bücherhallen sowie im Foyer der Umweltbehörde in Wilhelmsburg. Oder Sie rufen die PDF-Version (ohne Gutscheine) online ab: moinzukunft.hamburg/alltags-tipps
Praktisch
Keine Briefmarke zur Hand? Jetzt können Sie Ihre Briefe und Postkarten bequem mit App und Stift frankieren. So funktioniert es: Sie laden die Post & DHL-App auf Ihr Smartphone, öffnen die App und wählen das passende Porto unter „Code zum Beschriften“ und bezahlen online. Umgehend erhalten Sie einen Code, der aus #PORTO und einer 8-stelligen Zeichenfolge, z. B. 1MV5TER4, besteht. Gut lesbar schreiben Sie diesen Code zweizeilig rechts oben auf den Brief. Fertig!
Sportlich
Alle machen mit!
Wenn Kinder Lust auf Bewegung haben, soll es nicht am Geld scheitern. „Kids in die Clubs“ ist eine Aktion der Hamburger Sportjugend und wird über die Behörde für Inneres und Sport (Landessportamt) finanziert. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre aus Familien mit geringem Einkommen, Pflegekinder und Kinder in öffentlicher Erziehung können mit bis zu 15 Euro im Monat für eine kostenlose oder ermäßigte Mitgliedschaft unterstützt werden. Wie das geht? Beim Sportverein melden, der übernimmt die Antragstellung bei der Hamburger Sportjugend. Auf der Website von „Kids in die Clubs“ ist genau erklärt, welche Unterlagen der Sportverein dazu benötigt. Der Wunschverein ist noch nicht bei „Kids in die Clubs“ dabei? Jeder Hamburger Verein kann an dem Programm teilnehmen. Einfach bei der Hamburger Sportjugend melden.
Alle Infos zur Antragstellung: kidsindieclubs.de
Mobil
Hamburg Custom
Die bundesweit erste Assistenz-App „hvv Custom“ erleichtert es hör- und seheingeschränkten Menschen, Bus und Bahn zu nutzen. Seheingeschränkte Personen können sich nun die Fahrzeiten in der App vorlesen lassen oder in großer Schrift und kontrastreicher anzeigen lassen. Auf Buslinien von vhh.mobility können seheingeschränkte Personen eine konkrete Fahrt auswählen und anmelden. Der Busfahrer oder die Busfahrerin bekommt auf dem Bordcomputer einen Hinweis und kann die Personen so unterstützen. Höreingeschränkte Menschen können sich in der App über den Button „Hilfe-bei-Störung“ die gängigsten Störungen anzeigen lassen.
Mehr Infos:vhh-mobility.de/custom-app
WIR VON DEN GENOSSENSCHAFTEN
Auf gute Nachbarschaft
Den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften liegt das soziale Miteinander sehr am Herzen. Wir fördern die nachbarschaftliche Gemeinschaft und den aktiven Austausch. Die vielen genossenschaftlichen Quartierstreffpunkte überall in Hamburg sind dabei nicht nur Orte für die Mitglieder, sondern häufig auch ein zentraler Anlaufpunkt für alle Menschen im Stadtteil. Lesen Sie in dieser Geschichte, was Engagement alles bewirken kann – für Mitglieder, die ehrenamtlich aktiv sind genauso wie für das Miteinander im gesamten Quartier. PS: Sie haben auch Lust, sich zu engagieren? Informationen erhalten Sie bei Ihren Vertretern und Vertreterinnen, beim Quartiersmanagement oder direkt bei Ihrer Genossenschaft.
EILBEK
„Wenn eine von uns ohne
Ankündigung fehlt,
telefonieren wir lieber
hinterher“
„Wenn eine von uns ohne Ankündigung fehlt, telefonieren wir lieber hinterher“
Manchmal braucht es detektivischen Spürsinn. Als eine der Strickerinnen am Donnerstag um 16 Uhr nicht wie gewohnt zum Handarbeits-Treff erschien, machten sich die anderen Frauen Gedanken. Ans Telefon ging die Rentnerin auch nicht. „Wir haben dann einen Zettel in ihren Briefkasten geworfen. Den hat zum Glück ihre Schwester gefunden und uns Bescheid gegeben“, erzählt Christel Hagelweid, 83, die die zweiwöchentliche Handarbeitsgruppe im HANSA-Nachbarschaftstreff seit vielen Jahren mitorganisiert – für Mitglieder und Interessierte aus dem Stadtteil. Gemeinsam fuhren die Strickerinnen zum Besuch ins Krankenhaus – der Arm war gebrochen. Christel Hagelweid lebt seit 50 Jahren in dieser Straße, sie kennt jeden Winkel im Nachbarschaftstreff am Hammer Steindamm, weiß, wo die Ersatzstühle stehen – und ihren Urlaub legt sie so, dass kein Termin ausfallen muss, das Handarbeiten nicht und auch nicht der Klönschnack am Montagnachmittag. „Die Verpflichtung tut mir gut“, sagt das HANSA-Mitglied. „Ich freue mich nach all den Jahren immer noch auf jedes Treffen.“
Für die gute Sache
Die Handarbeitsgruppe spendet die Mützen, Pucksäcke und Puppen an die Entbindungsstationen verschiedener Krankenhäuser
STELLINGEN
Große Verbundenheit
Matthias Hochsprung hat hier schon als Kind gespielt – heute ist er Vertreter im Schiffszimmerer-Quartier Spannskamp
„Das ehrenamtliche
Engagement gehört zur
genossenschaftlichen Idee untrennbar dazu“
Vermutlich kennt niemand die Schiffszimmerer-Wohnanlage in Stellingen so gut wie er. Matthias Hochsprung ist hier geboren, seine Mutter war bereits Genossenschaftsmitglied. Viermal ist er in den vergangenen Jahrzehnten im Quartier umgezogen – erst alleine, dann mit seiner Frau und der Tochter. Seit nunmehr 21 Jahren ist der 59-jährige Verwaltungsbeamte gewählter Vertreter. Im Team mit 15 weiteren Vertretern und Vertreterinnen engagiert er sich für die Belange der rund 470 Mitglieder und deren Angehörigen am Spannskamp und in der Tierparkallee. „Ich kümmere mich gern darum, dass im Quartier Gemeinschaft stattfinden kann“, sagt er. Hochsprung nutzt dafür zum Beispiel eine App – mit der organisiert er die Raumvergabe in den drei Nachbarschaftstreffs in Stellingen. Er versteht sich als Vermittler zwischen den Mitgliedern und der Verwaltung. „Wir sammeln Ideen, unterstützen bei der Umsetzung“, sagt er. „Wenn auf Initiative von Mitgliedern neue Projekte wie die Fahrrad-Werkstube oder eine neue Boulebahn Wirklichkeit werden können, freue ich mich.“
HAMM
„Die Genossenschaften sind offen für alle aus der Nachbarschaft. Wunderbar!“
Bärbel Mangels, 77, und Hanna Glunz, 86, wissen, was sie dienstags vorhaben. Um 16 Uhr findet „Spielen und Klönen 55+“ im „SieNa“ statt, dem Nachbarschaftstreff am Sievekingdamm, den der Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG seit 2007 betreibt. Die beiden Mitglieder kümmern sich seit fast 15 Jahren darum, dass die Tür aufgeschlossen ist, Apfelschorle, Wasser und Kaffee bereitstehen und es für die 10 bis 14 Leute aus dem Stadtteil losgehen kann. Zwei Stunden lang wird Skat gekloppt oder Mensch ärgere Dich nicht oder Sturer Esel gespielt. „Wir wohnen beide gleich um die Ecke, es ist für uns kein Problem, uns darum zu kümmern“, sagt Hanna Glunz. „Die Genossenschaft bietet hier so viel an, da ist es doch selbstverständlich, dass man auch selbst etwas beiträgt“, ergänzt Bärbel Mangels. „Und immer, wenn das rote Sparschwein gefüllt ist, in das alle Spieler und Spielerinnen regelmäßig Münzen stecken, geht unsere Gruppe davon gemeinsam essen – in ein Lokal im Quartier.“
Zwei Damen mit Schlüsselgewalt
Bärbel Mangels (r.) und Hanna Glunz kümmern sich um den Spielnachmittag im „SieNa“
INTERVIEW
Julia Hudy ist die Geschäftsführerin von AKTIVOLI
Landesnetzwerk Hamburg e. V. Der Verein unterstützt Engagierte aus der ganzen Stadt, bringt Menschen zusammen und fördert die Strukturen für das Ehrenamt.
Frau Hudy, was ist das Spezielle an nachbarschaftlichem Engagement?
Julia Hudy: Ob Naturschutz, Flüchtlingshilfe oder Kultur – Ehrenämter haben oft einen lokalen Bezug. Das Engagement direkt im Wohnquartier hat aber noch einmal eine besondere Qualität. Der positive Einfluss, den die Aktiven auf ihre nächste Umgebung nehmen, strahlt im besten Fall auf die gesamte Nachbarschaft aus und inspiriert manchmal sogar jene zum Mitmachen, die zunächst vielleicht gar kein Ehrenamt im Sinn hatten. Nachbarschaftliches Engagement ist häufig sehr effektiv und an den konkreten Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientiert. Die Wirkung des Tuns ist in aller Regel gut sichtbar – das löst bei den Aktiven das schöne Gefühl der Selbstwirksamkeit aus und fördert den Wunsch, weiterzumachen.
Häufig sind es die Älteren, die direkt vor Ort aktiv werden. Welche Chancen liegen darin?
Gerade in dieser Form des Engagements zeigt sich deutlich, wie wichtig es ist, dass Menschen ihre Lebenserfahrung für die Gemeinschaft einbringen können. Ältere verfügen aus dem Beruf und aus ihrer persönlichen Biografie über viel Wissen und Expertise, die sie einsetzen und weitergeben können. Im Laufe ihres Lebens haben sie oft die Gelassenheit entwickelt, auch langwierige Entscheidungsprozesse geduldig zu durchlaufen – und nicht bei Frust aufzugeben, der fast unweigerlich dann und wann auftritt, wenn Menschen gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen.
„Über ein Ehrenamt ist man automatisch mit anderen Menschen verbunden“
Wenn sie sich für eine Sache entschieden haben, bleiben Ältere häufig lange dabei.
Ja, das kann man beobachten. Mich beeindruckt immer wieder die Verlässlichkeit und die Verbindlichkeit, mit der viele Ältere ihre Ehrenämter ausüben. Ein Ehrenamt bedeutet häufig Beziehungsarbeit. Treffpunkte leben zum Beispiel davon, dass regelmäßig die Türen geöffnet werden, eine Ansprechpartnerin oder ein Ansprechpartner da ist und Woche für Woche die Veranstaltungen stattfinden können. Damit das funktionieren kann, braucht es Menschen, die bereit sind, dauerhaft für eine solche Aufgabe zur Verfügung zu stehen und damit wohltuende Kontinuität für viele andere ermöglichen. Genau das bieten viele ältere Aktive. Sie entscheiden sich, die zeitliche Freiheit, die sie im Rentenalter eher als Berufstätige haben, zum Wohle aller einzusetzen. Das ist ein riesiger Schatz, ein großes Danke dafür!
Mit dem AKTIVOLI-Netzwerk machen Sie sich stark für bürgerschaftliches Engagement in Hamburg, Sie kennen die Strukturen und die politischen Trends. Wie schätzen Sie die Entwicklung des Engagements 60+ generell ein?
In Hamburg leben rund 350.000 Menschen, die 65+ sind. Das sind etwa 18 Prozent der Bevölkerung, der Anteil wächst entsprechend der demografischen Entwicklung stetig. Im vergangenen Sommer hat die Stadt den Aktionsplan „Age-friendly City – für ein altersfreundliches Hamburg“ verabschiedet. Ziel ist es, das Stadtleben so zu gestalten, dass es für ältere Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zugänglich und inklusiv ist. Es ist spürbar, dass politisch wirklich angekommen ist, wie wahnsinnig wichtig es ist, dass wir ein differenziertes Bild von älteren Menschen kommunizieren und fördern, damit sie sich wertgeschätzt fühlen mit ihrem Beitrag, den sie bereits für die Gesellschaft geleistet haben und immer noch leisten.
Wie lassen sich noch mehr Menschen fürs Ehrenamt begeistern, ältere genauso wie jüngere?
Indem man schaut, welche geeigneten Formate es noch geben könnte. Was macht es zum Beispiel Menschen leichter, sich im Quartier zu engagieren? Wie gelingt der Einstieg am besten? Es gibt gar nicht so wenige Menschen, die den Weg ins Ehrenamt nicht finden, weil sie sich (noch) nicht trauen oder nicht so richtig wissen, wie das gehen könnte. Das Ziel sollte daher der Abbau von Barrieren sein – für alle Altersgruppen. Es gibt zum Beispiel auch jüngere Menschen, die von sozialer Isolation betroffen sind. Welche Orte im Quartier vermitteln das Gefühl „Ich bin willkommen. Hierher kann ich kommen, wie ich bin. Ich muss nichts konsumieren“? Solche Angebote waren schon immer wichtig, wir brauchen sie heute aber dringender denn je.
„Freiwilliges Engagement bereichert, verläuft aber nicht immer konfliktfrei. Bei AKTIVOLI haben wir ein offenes Ohr dafür und unterstützen gern mit unserem Beratungsangebot für Engagierte“
Einsamkeit ist ein großes gesellschaftliches Thema, gerade in Metropolen wie Hamburg. Welche konkreten Aktivitäten gibt es bei uns in der Stadt?
Im Oktober 2024 startete das Projekt „Bündnis gegen Einsamkeit in Hamburg“, kurz BgEH. In diesem Netzwerk haben sich Stiftungen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Wohlfahrtsverbände, Genossenschaften, öffentliche Verwaltung, Politik und die Wissenschaft zusammengetan. Die genossenschaftliche Stiftung Bergedorf-Bille hat dieses Projekt federführend mit angestoßen. Gemeinsam wollen wir voneinander lernen und uns über gute Strategien austauschen: Was können wir alle dazu beitragen, das Tabu Einsamkeit zu überwinden? Welche Rolle kann dabei die Engagementstrategie der Stadt Hamburg spielen? Oder die Freiwilligenagenturen in den Bezirken?
Durch ein Ehrenamt ist man automatisch mit anderen Menschen verbunden.
Genau. Wir wissen, dass Engagement nicht nur für die Gesellschaft enorm wertvoll ist, sondern dass es auch eine hervorragende Strategie gegen Einsamkeit ist. Wenn man Menschen fragt, wie ihre persönliche Motivation fürs Ehrenamt aussieht, steht immer ganz oben auf der Liste: Spaß und Freude mit anderen Menschen haben und etwas Tolles auf den Weg bringen. Ich sehe die Aufgabe von AKTIVOLI und den anderen Institutionen darin, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass genau das stattfinden kann.
Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen AKTIVOLI und den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften aus?
Inzwischen sind schon vier Genossenschaften Mitglied im AKTIVOLI-Netzwerk, weitere Genossenschaften sind interessiert. Darüber freue ich mich sehr. Darüber hinaus gibt es ein Forschungsprojekt gemeinsam mit den Genossenschaften, das untersucht, ob es möglich ist, die Treffpunkte und Genossenschaftsräume auch für andere Engagierte aus dem Viertel zu öffnen. Auf diese Weise könnten wir gemeinsam die Infrastruktur fürs Engagement ausbauen und damit gleichzeitig unterstützen, dass sich die Menschen aus einem Stadtteil einfacher vernetzen können.
Welche Art von Unterstützung können Genossenschaftsmitglieder, die ehrenamtlich aktiv sind, schon heute von AKTIVOLI erhalten?
Sie finden zum Beispiel über unsere Kursplattform, die AKTIVOLI FreiwilligenAkademie, praxisnahe Kurse, etwa zu gewaltfreier Kommunikation, interkultureller Kompetenz oder Moderation. Darüber hinaus gibt es dort Podcasts, Videos und weitere digitale Inhalte zum freiwilligen Engagement. Viele Kurse werden kostenfrei angeboten.
Seit drei Jahren gibt es das Haus des Engagements. Was passiert dort?
Das Haus des Engagements ist zentraler Baustein der Hamburger Engagementstrategie und Wegbereiter für mehr Zusammenarbeit, Vielfalt und Selbstständigkeit von engagierten Menschen und Organisationen. Dort bieten wir unter anderem Beratung für Engagierte zu vielen verschiedenen Themen an. Das Haus wird vom AKTIVOLI-Landesnetzwerk Hamburg e. V. gemeinsam mit der BürgerStiftung Hamburg entwickelt und zusammen mit der Zivilgesellschaft gestaltet – zunächst mitten auf der Hamburger Schanze, später im Neuen Amt Altona im Herzen des gleichnamigen Stadtteils.
Mehr Infos: hde-hamburg.org und aktivoli.de
KLARE WORTE
„Die Wärmewende ist richtig – aber nur mit Augenmaß, Förderung und sozialer Verantwortung machbar“
Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. (VNW)
Herr Breitner, Hamburg will bis 2045 klimaneutral sein – auch beim Heizen muss verstärkt auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Aber ist das überall möglich?
ANDREAS BREITNER: Tatsächlich entfällt laut Stadt ein Viertel der gesamten Hamburger CO2-Emissionen auf Heizen und Warmwasser. Gas, Kohle und Öl schrittweise zu ersetzen, ist sinnvoll, nur dann schaffen wir die Wärmewende. Das Ende der Kohleverbrennung ist in Hamburg schon für 2030 vorgesehen, bisher wird für Fernwärme vor allem Kohle genutzt, das wollen die Hamburger Energiewerke ändern. Doch die Planung und Realisierung von Fernwärmeanschlüssen in diesem kurzen Zeitfenster sind eine riesige Herausforderung. Fernwärme eignet sich eigentlich nur in dicht besiedelten Gebieten, der Leitungsnetzausbau ist kompliziert. Bei vielen Bestandsgebäuden ist die Umstellung nicht einfach, teils sogar unmöglich.
Und was dann?
Jeder kann das eigene Heizverhalten hinterfragen. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass kein Schimmel entsteht. Grundsätzlich empfiehlt die Stadt den Anschluss ans Wärmenetz. Wenn das nicht machbar ist, soll die Möglichkeit einer Wärmepumpe geprüft werden, dann die einer solarthermischen Anlage oder Wärmepumpen-Hybridheizung in Kombination mit einem Brennwertkessel. Man kann sich vorstellen, wie viel Zeit allein die Prüfung in Anspruch nimmt. Dazu kommt der eklatante Fachkräftemangel im Bau. Wir tun unser Bestes, aber es müssen alle an einem Strang ziehen und realistisch und pragmatisch an das Thema herangehen. Alles andere ist nicht nachhaltig.
Welche Möglichkeiten sehen Sie in puncto Klimaschutz?
VNW-Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund 850 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen ausgegeben, die unter anderem die Energiebilanz verbessern. Studien zufolge müssten mindestens 40 Milliarden Euro investiert werden, um den Gebäudebestand in Hamburg klimaneutral zu machen – im Schnitt 45.000 Euro pro Wohnung. Das wird ohne Förderung nicht möglich sein. Wir brauchen belastbare Zusagen von Land und Bund, um diese gemeinschaftliche Aufgabe stemmen zu können. Für den Neubau ist es unabdingbar, die Klimaschutz-Auflagen herunterzufahren, um schnell bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen und stattdessen auf einen guten Energiemix zu achten.
Wird sich die Umstellung auf erneuerbare Energien auf die Miete bzw. Nutzungsgebühr auswirken?
Aktuell sind die Gaspreise etwa doppelt so hoch wie vor fünf Jahren. Aufgrund des steigenden CO2-Preises und höherer Netzgebühren werden sie vermutlich weiter steigen. Auch Ölheizungen trifft der höhere CO2-Preis, und die Nahostkrise wirkt sich aus. Fernwärme wird ebenfalls teurer. Langfristig werden die Heizkosten also eher nicht sinken.
Und die Wärmewende ist nicht kostenneutral zu schaffen, denn sie bedeutet nun einmal hohe Investitionen innerhalb kurzer Zeit. Deswegen sind wir strikt gegen ein Vorziehen der angestrebten Klimaneutralität Hamburgs auf das Jahr 2040. Schon 2045 ist ambitioniert – fünf Jahre früher ist unmöglich. Sollten wir dazu gezwungen sein, wird das sehr teuer für uns alle und würde sich auch auf die Mieten auswirken: Laut unserer Berechnung würden sie im Durchschnitt um zwei bis drei Euro pro Quadratmeter mehr als ohnehin steigen. Das ist vor allem für Menschen mit geringem Einkommen ein riesiges Problem. Für einen sozial verantwortungsbewussten Klimaschutz wünschen wir uns, dass möglichst viele Hamburgerinnen und Hamburger beim Volksentscheid am 12. Oktober 2025 mit „Nein“ abstimmen. Eine Enthaltung oder einfach nicht hingehen reichen leider nicht aus, denn ein Hauptziel der Initiative ist es, Hamburg bereits 2040 zur Klimaneutralität zu verpflichten. Das wäre fatal.
GESUND IN DER GROSSSTADT
Selbsthilfe wirkt
Wer nicht allein auf Therapien und Medikamente setzen möchte, kann sich in einer Selbsthilfegruppe engagieren. In einer Großstadt wie Hamburg ist das Angebot groß
Der Stuhlkreis: eine besondere Form der Begegnung, die in Krisen Kraft schenkt
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Warum Gespräche helfen
Die Gemeinschaft trägt erheblich zur Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen bei. Für viele Menschen bedeutet die Tatsache, dass es andere gibt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, eine enorme emotionale Entlastung. Selbsthilfe ersetzt keine medizinische Behandlung. Aber die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen zu öffnen und das Gefühl, verstanden zu werden, haben oft einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden eines Individuums und fördern den Heilungsprozess.
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Themen der Selbsthilfe
Die Vielfalt ist enorm: Von Altersgesundheit, Amalgam, ADHS und Adipositas bis Zyklusstörungen und Zwangserkrankungen – zu vielen gesundheitlichen Beschwerden treffen sich im Hamburger Stadtgebiet Gruppen. Auch seelische Belastungen, etwa Folgen von Mobbing oder Einsamkeit, mangelnder Selbstwert und Partnerschaftskrisen werden in verschiedenen Gruppen besprochen und bearbeitet. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen tauschen Erfahrungen aus und unterstützen sich gegenseitig mit Know-how.
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Eine Gruppe finden
In Hamburg sind über 1.000 Gruppen aktiv. Um die passende zu finden, können Sie sich an die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS Hamburg) wenden. Auf der Website finden Sie die verschiedenen Angebote nach Thema und Stadtteil sortiert. Darüber hinaus berät das KISS-Team persönlich: Sie können in den beiden Kontaktstellen in Wandsbek und Harburg einen Termin vereinbaren, vor Ort, telefonisch oder per Video. Eine weitere Informationsquelle ist NAKOS, die zentrale bundesweite Anlaufstelle in Deutschland rund um das Thema Selbsthilfe. Mehr Infos unter kiss-hh.de und nakos.de
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Digitale Selbsthilfe
KISS Hamburg gibt es auch für die Hosentasche! Mit der KISS Hamburg Selbsthilfe-App (kostenlos für Android und Apple) gelangen Sie direkt zur Selbsthilfe in Hamburg: Sie finden dort die wichtigsten Informationen zu über 1.000 Selbsthilfegruppen, Chaträume und Pinnwand, Termine, Videos sowie eine Selbsthilfezeitung und sind mit einem Klick direkt bei der Selbsthilfeberatung.
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Selbst gründen
Sie finden keine passende Selbsthilfegruppe und möchten selbst eine ins Leben rufen? KISS Hamburg unterstützt Sie bei der Gründung und berät zu wichtigen Fragen (Ziele, Erwartungen, Fördermöglichkeiten). Das KISS-Team begleitet Sie bei der Öffentlichkeitsarbeit und moderiert erste Treffen. Auch NAKOS hält viele Infos zur Gründung bereit. Sie möchten im Quartier aktiv werden? Dann wenden Sie sich gern ans Quartiersmanagement Ihrer Genossenschaft, um die räumlichen Möglichkeiten abzuklären.
HAMBURG GRAFISCH
Bei Nacht
Die dunkle Seite der Stadt
HH IM HERBST
9x
Spaß und Spannung trotz Schietwetter
Mit der Familie unterwegs
„Mir ist langweilig“
Wohin, wenn es regnet? Dieser liebevoll gestaltete Stadtführer bietet insgesamt 132 Tipps für Familien in allen Jahreszeiten. Etwa 30 davon sind tolle Indoor-Ausflüge und Aktivitäten. Plus: kinderfreundliche Cafés, Restaurants und Secondhandläden. „Hamburg mit Kids“ von Kirsten Mountakis (Junius junior), 20 Euro
Für ganz kleine Leute
In ihren 21 Standorten in den sieben Bezirken der Stadt bieten die Elternschulen eine große Auswahl an günstigen oder kostenlosen Kursen, Informationsveranstaltungen, Eltern-Kind-Gruppen und offenen Treffs an. Die Programme der Elternschulen werden zweimal jährlich veröffentlicht und liegen unter anderem in Bezirksämtern und Bücherhallen aus. Infos: hamburg.de/familienwegweiser
Mitmach-Architekturzentrum
Ob Stadterkundung, Werkstattkurs, Trickfilm oder Bauen mit Klemmbausteinen – im neu eröffneten Urbaneo in der HafenCity gibt es für Jugendliche und Familien Angebote rund um Architektur und Stadtplanung. (Die drei Baugenossenschaften BVE, HANSA und Bergedorf-Bille haben übrigens den Bau des Urbaneos mitverantwortet.) Kinder bis 4 Jahre Eintritt frei, dann 8 Euro pro Person. Mehr Infos: urbaneo.de
Anfassen erlaubt
Als Tochterunternehmen der Stadtreinigung Hamburg erhalten die beiden Stilbruch-Filialen in Wandsbek und Altona täglich fünf bis sechs Lkw-Ladungen gut erhaltener gebrauchter Waren. Jeder Besuch ist wie eine aufregende Schatzsuche – zum Beispiel in den großen Spielzeug-Abteilungen. „Bei uns ist das Finden seines persönlichen Schatzes leichter als auf dem Flohmarkt – hier regnet es auch nicht“, wirbt das Stilbruch-Team. Mehr Infos: stilbruch.de
Den Wald verstehen
Ein 20 Millionen Jahre alter versteinerter Baum, 2.000 Fundstücke des Waldes, 40 präparierte Tiere und rund 35 Erkundungs- und Mikroskopiestationen: Das Science Center Wald im Wälderhaus in Wilhelmsburg lädt Interessierte von 10 bis 99 Jahren ein, alles Wissenswerte über die Wälder rund um Hamburg und in der norddeutschen Region zu erfahren. Freier Eintritt. Mehr Infos: waelderhaus.de
Experimentierfeld
Im Hubertus Wald Kinderreich im Untergeschoss des Museums für Kunst und Gewerbe am Hauptbahnhof können Kinder von 5 bis 12 Jahren formen, konstruieren, fotografieren und Trickfilme erstellen, sich verkleiden oder mit Schatten spielen. Für Kinder ist der Eintritt frei. Mehr Infos: mkg-hamburg.de
Staunen, sammeln, spielen
Das oberste Stockwerk des Altonaer Museums ist die wunderkammer. Der etwa 650 m2 große Raum ist für Kinder im Lesealter konzipiert, bietet aber auch für die Kleinsten Vergnügliches. In offenen Regalen finden sich vielerlei alltägliche und rätselhafte Gegenstände, die angefasst, sortiert und erforscht werden dürfen. Der Eintritt für Kinder ist frei. Mehr Infos: shmh.de/ausstellungen/wunderkammer
Tierwelt erkunden
Ein riesiges Walskelett, winzige Insekten, Bären, Tiger und Krokodile können hier aus der Nähe betrachtet werden. Auf 2.000 m2 zeigt die zoologische Ausstellung Präparate aus der Sammlung, die im Museum der Natur Hamburg bewahrt und erforscht wird. Neu: die Tiger Lounge! Auf mehreren Ebenen liegen gemütliche Sitzkissen und Bücher zum Schmökern bereit. Univiertel (Bundesstraße 52), Eintritt frei. Mehr Infos: hamburg.leibniz-lib.de/de/ausstellungen
Europäische Wildnis
Die Botschaft der Wildtiere ist kein Museum. Sie ist ein interaktives Erlebnis auf 2.200 m2. Die Besucher und Besucherinnen streifen durch die Lebensräume der heimischen Wildtiere und können an vielen Stellen selbst zum Tier werden, etwa im Vogelflugsimulator. In der HafenCity, Kinder bis 14 Jahre haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Mehr Infos: botschaftderwildtiere.de
DIGITALES KREUZWORTRÄTSEL
Jetzt darf gerätselt werden! Und wer die Lösung findet, hat die Chance auf einen 100-Euro-Gutschein für Hamburgs Hoflieferant – regionale Bio-Lebenmittel werden damit bis zu Ihnen nach Hause geliefert!
Viel Vergnügen beim Miträtseln!
So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.
Einsendeschluss ist der 28.11.2025